Wissen · Honigherstellung

Wie unser Honig entsteht

Vom Nektar in der Düsseldorfer Blüte bis zum 500-g-Glas — alle Schritte unserer Honigherstellung, erklärt vom Imker.

Wabenentdeckelung — Schritt der Honigernte

1. Sammeln — Nektar und Honigtau

Honigbienen besuchen Blüten und sammeln dort Nektar — die zuckerhaltige Flüssigkeit, mit der Pflanzen Bestäuber anlocken. An manchen Tagen sammeln sie zusätzlich Honigtau, eine Ausscheidung von Blattläusen, die in besonderen Sorten wie Wald- oder Tannenhonig dominiert.

Eine einzelne Sammelbiene fliegt bis zu 3 km weit und besucht pro Ausflug zwischen 50 und 500 Blüten. Im Bauch (genauer: in der Honigblase) trägt sie den Nektar zurück zum Bienenstock.

Honigwabe — wie unser Honig entsteht

2. Verarbeiten im Stock — Enzyme und Trocknung

Die Sammelbiene übergibt den Nektar an Stockbienen. Diese mischen Enzyme (vor allem Invertase und Glucose-Oxidase) hinein, die den langkettigen Rohrzucker (Saccharose) in die kürzeren Zucker Glucose und Fructose aufspalten — die Hauptzucker des fertigen Honigs.

Der noch flüssige Nektar wird in offene Wabenzellen gefüllt. Durch Fächeln mit den Flügeln senken die Bienen den Wassergehalt von etwa 60 % auf unter 18 % — der Wert, ab dem Honig haltbar wird, weil sich keine Hefen mehr vermehren können.

3. Reifen und Verdeckeln

Wenn der Honig die richtige Konsistenz hat, verschließen die Bienen die Zellen mit einem hauchdünnen Wachsdeckel. Erst jetzt ist der Honig „reif" — und für uns Imker das Signal, dass er geerntet werden kann.

In dieser Phase laufen weiter Reifeprozesse: Aromen entwickeln sich, Enzyme arbeiten, Pollen aus dem Sammelflug werden im Honig stabilisiert. Sortenreinheit entsteht hier: Frühjahrsblütenhonig vom Standort Itter ist anders als Sommerblütenhonig, weil die jeweiligen Trachtpflanzen unterschiedlich blühen.

4. Ernten — Wabenrahmen entnehmen

Wir entnehmen die Honigwaben zur Ernte — jeweils nur die, die zu mindestens zwei Dritteln verdeckelt sind. Brutwaben (mit Eiern, Larven oder Bienen-Nachwuchs) bleiben unangetastet. Die Bienen werden vom Honigraum getrennt, ohne dass Bienen zu Schaden kommen.

In Düsseldorf ernten wir 2 × pro Jahr: den Frühjahrsblütenhonig im Mai/Juni nach der Frühjahrsblüte (Weide, Schlehe, Obst, Löwenzahn) und den Sommerblütenhonig im Juli/August nach der Sommertracht (Robinie, Linde, Wildkräuter).

5. Entdeckeln und Schleudern

Bevor der Honig aus den Waben kommt, müssen wir die Wachsdeckel entfernen — das nennt man Entdeckeln. Mit einer Entdeckelungsgabel oder einem Spezialmesser werden die hauchdünnen Wachskappen abgenommen. Dieses Entdeckelungswachs ist Nebenprodukt und wird von uns weiter verarbeitet.

Anschließend werden die entdeckelten Wabenrahmen in eine Honigschleuder gestellt — eine Zentrifuge, die den Honig durch Fliehkraft aus den Zellen holt. Wichtig: Wir erhitzen den Honig nicht. Er bleibt bei Stocktemperatur (~35 °C oder darunter), damit Enzyme und hitzeempfindliche Inhaltsstoffe erhalten bleiben.

Honig wird in 500-g-Gläser abgefüllt

6. Sieben, Reifen, Abfüllen

Der frisch geschleuderte Honig wird durch ein feines Sieb geleitet, um Wachsreste und Pollenklümpchen zu entfernen. In einem Honigeimer reift er einige Tage nach — Luftbläschen steigen auf, Schaum wird abgeschöpft.

Anschließend füllen wir den Honig in unsere Gläser ab — 30 g, 125 g, 250 g, 350 g (Honigquetsche) und 500 g. Jedes Glas bekommt ein Etikett mit Standort, Tracht (Frühjahr/Sommer) und Code (z.B. RF für Rheinbogen-Frühjahr).

Königinnenzucht — der Schlüssel zu starken Völkern

Hinter jedem starken Bienenvolk steht eine gute Königin. Wir züchten unsere Königinnen selbst — auf eigenen Zucht-Rahmen, mit ausgewählten Larven und kontrollierter Begattung. Das sichert die Vitalität, Schwarmträgheit und den Honigertrag unserer Düsseldorfer Standorte über die Jahre.

Königinnenzucht — junge Königinnen-LarvenKöniginnenzucht — Zellen kurz vor dem SchlüpfenZucht-Rahmen mit Königinnen-Zellen

Was wir nicht tun

  • Wir kaufen keinen Honig zu. Was im Glas mit unserem Etikett steht, kommt von unseren eigenen Düsseldorfer Bienen.
  • Wir erhitzen den Honig nicht. Dadurch bleiben Enzyme und Aromen erhalten — viel Industrie-Honig wird zur „Cremigkeit" auf 40 °C oder höher erwärmt.
  • Wir mischen Sortenstandorte nicht. Honig vom Standort Itter und Honig vom Standort Hamm bleiben getrennt — Sie können beide direkt vergleichen.

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